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Wandmontierter Batteriespeicher neben Wechselrichter im Technikraum

Photovoltaik & Speicher

Speicher nachrüsten: AC oder DC?

Wie Sie Ihre bestehende Anlage um einen Batteriespeicher erweitern: welche Kopplung wann passt, was es kostet und wie groß der Speicher sein sollte.

Stand:

Einen Batteriespeicher rüsten Sie zu einer bestehenden PV-Anlage meist AC-gekoppelt nach: Der Speicher bekommt einen eigenen Wechselrichter und läuft unabhängig vom PV-Wechselrichter. So werden über 90 % der Nachrüstungen ausgeführt. Ein installiertes 10-kWh-System kostet rund 5.800 bis 11.500 €, für private Anlagen ohne Mehrwertsteuer. DC-Kopplung ist effizienter, lohnt aber eher bei der Neuanlage.

Was die Nachrüstung kostet

Die Kosten hängen vor allem an der Kapazität. Als Orientierung liegen Nachrüstspeicher 2026 bei etwa 620 bis 800 € pro Kilowattstunde inklusive Installation; ein gängiges 10-kWh-System landet damit schlüsselfertig bei rund 5.800 bis 11.500 €. Eine Nachrüstung ist dabei ungefähr 10 bis 20 % teurer als derselbe Speicher direkt mit einer neuen Anlage, weil Anfahrt, Montage und Anschluss ein zweites Mal anfallen. Für private Anlagen gilt der Nullsteuersatz; der Speicher kommt also ohne Mehrwertsteuer.

Nachrüstspeicher pro kWh (installiert)ca. 620–800 €
System 10 kWh, schlüsselfertigca. 5.800–11.500 €
Aufschlag ggü. Einbau mit Neuanlageca. 10–20 %
Mehrwertsteuer (private Anlage)0 %

AC oder DC: beim Nachrüsten fast immer AC

Der Unterschied steckt darin, wo der Strom in die Batterie gelangt. Bei der AC-Kopplung bekommt der Speicher einen eigenen Batteriewechselrichter und hängt einfach am Hausnetz; Ihr vorhandener PV-Wechselrichter bleibt unangetastet. Das macht die Nachrüstung unkompliziert und herstellerunabhängig, weshalb über 90 % der Erweiterungen so laufen. Der Round-Trip-Wirkungsgrad liegt bei etwa 85 bis 92 %.

Bei der DC-Kopplung teilt sich der Speicher einen Hybrid-Wechselrichter mit der PV-Anlage. Das spart Wandlungsschritte und ist mit rund 92 bis 95 % etwas effizienter, setzt aber meist den Tausch des vorhandenen Wechselrichters voraus. Deshalb ist DC die typische Wahl bei einer Neuanlage, während sich für die Erweiterung einer laufenden Anlage AC fast immer rechnet.

Die richtige Größe

Mehr Kapazität ist nicht automatisch besser. Eine bewährte Faustregel: rund eine Kilowattstunde nutzbare Speicherkapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch, grob auch eine Kilowattstunde je kWp Anlagenleistung. Ein Haushalt mit 4.000 kWh Verbrauch landet so bei etwa 4 bis 6 kWh. Ein überdimensionierter Speicher wird an vielen Tagen nicht voll und verschlechtert die Wirtschaftlichkeit; ein zu kleiner verschenkt Eigenverbrauch. Wir legen ihn auf Ihr tatsächliches Lastprofil aus.

Strom bei Ausfall: Ersatzstrom ist nicht Notstrom

Ein verbreiteter Irrtum: Ein Speicher macht das Haus nicht automatisch blackout-sicher. Viele Geräte bieten eine Ersatzstromfunktion, die nach einer kurzen Umschaltpause einzelne Steckdosen weiterversorgt. Echter Notstrom- oder Inselbetrieb, der das ganze Haus unterbrechungsfrei trägt, ist eine eigene und teurere Eigenschaft. Wer Wert auf Versorgungssicherheit legt, sollte das von Anfang an einplanen.

Wann sich der Speicher rechnet

Der eigentliche Hebel ist der Eigenverbrauch. Ohne Speicher nutzen die meisten Haushalte nur rund 35 % ihres Solarstroms selbst, der Rest geht für die niedrige Einspeisevergütung ins Netz. Mit Speicher steigt der Eigenverbrauch auf 60 bis 80 %; Sie ersetzen also viel teuren Netzstrom durch eigenen Sonnenstrom. Allein gerechnet amortisiert sich der nachgerüstete Speicher je nach Abendlast und Strompreis typisch in 12 bis 18 Jahren, mit Wärmepumpe oder E-Auto schneller. Ob sich das im Einzelfall trägt, behandeln wir im Beitrag Lohnt sich PV mit Speicher; wie Sie den Eigenverbrauch zusätzlich steigern, lesen Sie unter Autarkie & Eigenverbrauch.

Speicher zur bestehenden Anlage

Wir prüfen Ihre Anlage, dimensionieren den passenden Speicher und sagen ehrlich, was er an Eigenverbrauch bringt. Kostenlos und unverbindlich.

Häufige Fragen

Nachrüsten, kurz beantwortet.

Was kostet es, einen Speicher nachzurüsten?

Ein schlüsselfertig nachgerüstetes System mit 10 kWh nutzbarer Kapazität kostet 2026 grob 5.800 bis 11.500 €, das entspricht etwa 620 bis 800 € pro kWh inklusive Installation. Eine Nachrüstung liegt rund 10 bis 20 % über dem Preis, den derselbe Speicher direkt mit einer neuen Anlage zusammen kosten würde. Für private Anlagen fällt keine Mehrwertsteuer an.

AC- oder DC-Kopplung beim Nachrüsten?

Beim Nachrüsten fast immer AC. Der Speicher bekommt einen eigenen Batteriewechselrichter und arbeitet unabhängig von Ihrem vorhandenen PV-Wechselrichter, der unangetastet bleibt; so werden über 90 % der Nachrüstungen ausgeführt. DC-Kopplung führt den Solarstrom über einen gemeinsamen Hybrid-Wechselrichter und ist etwas effizienter, erfordert beim Nachrüsten aber meist den Tausch des Wechselrichters. Deshalb passt DC eher zur Neuanlage, AC zur Erweiterung.

Wie groß sollte der Speicher sein?

Eine bewährte Faustregel ist rund eine Kilowattstunde nutzbare Kapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch, grob auch eine Kilowattstunde je kWp Anlagenleistung. Ein Haushalt mit 4.000 kWh Verbrauch liegt damit bei etwa 4 bis 5 kWh. Ein zu großer Speicher wird selten voll und rechnet sich schlechter; wir dimensionieren ihn auf Ihr Lastprofil.

Kann ich jeden Speicher zu meiner bestehenden Anlage nachrüsten?

Technisch lässt sich fast jede Anlage AC-seitig um einen Speicher erweitern, weil er unabhängig vom bestehenden Wechselrichter arbeitet. Sinnvoll ist trotzdem ein Blick auf Alter und Zustand der Anlage, die Platzverhältnisse und die gewünschte Notstromfähigkeit. Wir prüfen das vor Ort und schlagen ein passendes System vor.

Habe ich mit einem Speicher bei Stromausfall noch Strom?

Nicht automatisch. Viele Speicher bieten eine Ersatzstromfunktion, die nach kurzer Umschaltpause einzelne Steckdosen weiterversorgt. Echter Notstrom- oder Inselbetrieb, der das ganze Haus unterbrechungsfrei trägt, ist eine eigene, teurere Geräteeigenschaft. Wenn Ihnen Versorgungssicherheit wichtig ist, sprechen Sie das vor dem Kauf gezielt an.

Lohnt sich ein Speicher überhaupt?

Ein Speicher hebt den Eigenverbrauch von typisch rund 35 % auf 60 bis 80 %; Sie nutzen also deutlich mehr Ihres eigenen Sonnenstroms, statt ihn für wenige Cent einzuspeisen. Allein gerechnet amortisiert er sich je nach Abendlast und Strompreis typisch in 12 bis 18 Jahren, im Verbund mit einer PV-Anlage schneller.

Mehr dazu, wie Sie den Solarstrom selbst nutzen, im Beitrag PV-Überschuss laden mit eCharge und auf der Seite für Privatkunden.

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