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Gewerbliche PV-Anlagen kosten 2026 je nach Größe etwa 700 bis 1.300 € pro kWp, schlüsselfertig: kleinere Dachanlagen von 30 bis 100 kWp eher 900–1.300 €, Großanlagen ab 750 kWp 700–950 €. Anders als bei privater PV gelten 19 % Mehrwertsteuer, die ein Betrieb aber als Vorsteuer abzieht. Bei hohem Eigenverbrauch amortisiert sich die Anlage meist in 5 bis 9 Jahren.
Der Preis pro kWp sinkt mit der Größe
Gewerbliche Photovoltaik wird in Kilowatt-Peak (kWp) gerechnet, der Spitzenleistung der Anlage unter Normbedingungen. Anders als bei kleinen Hausdach-Anlagen fällt der Preis pro kWp im Gewerbe deutlich mit der Größe: Eine Dachanlage von 30 bis 100 kWp liegt 2026 schlüsselfertig bei etwa 900 bis 1.300 € pro kWp, ab 100 kWp eher bei 750 bis 1.100 €, und Großanlagen über 750 kWp erreichen 700 bis 950 € pro kWp. Zum Vergleich: Private Anlagen unter 30 kWp kosten spezifisch mehr, oft 1.100 bis 1.600 € pro kWp, weil der Skaleneffekt fehlt.
| Dachanlage 30–100 kWp | ca. 900–1.300 €/kWp |
|---|---|
| Anlage 100–750 kWp | ca. 750–1.100 €/kWp |
| Großanlage ab 750 kWp | ca. 700–950 €/kWp |
| Privat-Vergleich (< 30 kWp) | ca. 1.100–1.600 €/kWp |
Was den kWp-Preis treibt
Den größten Unterschied machen Dachart und Netzanschluss. Ein freies Trapezblechdach lässt sich günstig und schnell belegen; Ziegel-, Folien- oder Gründächer brauchen mehr Unterkonstruktion und Montagezeit. Dazu kommen Wechselrichter, die Statikprüfung und bei größeren Anlagen der Netzanschluss bis hin zu einer eigenen Trafostation. Größere Anlagen verteilen Fixkosten wie Gerüst, Planung und Anfahrt auf mehr Leistung und werden dadurch pro kWp günstiger.
19 % Mehrwertsteuer, und warum das kein Nachteil ist
Auf reine Gewerbe- und Industriedächer fallen 19 % Mehrwertsteuer an. Der Nullsteuersatz, den private Anlagen genießen, gilt nur für Wohngebäude, öffentliche Gebäude und Anlagen bis 30 kWp. Für einen vorsteuerabzugsberechtigten Betrieb ist das wirtschaftlich neutral: Sie ziehen die gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer wieder ab. Für die Wirtschaftlichkeit zählt deshalb der Nettopreis, nicht der Bruttobetrag im Angebot.
Eigenverbrauch ist der größte Hebel
Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart den vollen Netzbezugspreis von rund 14 bis 18 ct; für eingespeisten Strom gibt es nur die Einspeisevergütung von etwa 6 bis 8 ct. Eine selbst verbrauchte kWh ist damit rund doppelt so viel wert wie eine eingespeiste. Typische Eigenverbrauchsquoten liegen ohne Speicher bei 40 bis 70 %, mit Speicher und gesteuerten Verbrauchern bei 60 bis 85 %. Ab 100 kWp ist die Direktvermarktung des Überschusses verpflichtend, am wirtschaftlichsten bleibt aber der hohe Eigenverbrauch.
Amortisation und Rendite
Bei hohem Eigenverbrauch amortisiert sich eine gewerbliche Anlage meist in 5 bis 9 Jahren, die interne Rendite liegt häufig bei 6 bis 10 % pro Jahr. Entscheidend sind Eigenverbrauchsquote, Strompreis und Lastprofil: Ein Betrieb mit Tagverbrauch aus Produktion, Kühlung oder Bürozeiten nutzt mehr Solarstrom direkt und rechnet sich schneller. Steuerlich kommen die lineare Abschreibung über 20 Jahre und für viele Betriebe der Investitionsabzugsbetrag (IAB) hinzu, die die Investition zusätzlich entlasten. Für gewerbliche Neubauten gilt in Bayern zudem eine echte PV-Pflicht, die mit einem Bußgeld bis 10.000 € bewehrt sein kann; die Anlage ist dann ohnehin einzuplanen. Wie sich zusätzlich teure Lastspitzen senken lassen, behandeln wir im Beitrag zu Lastspitzen im Betrieb.
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